Nicht-Beziehungen sind die neuen Beziehungen – und das ist gefährlich › ze.tt

Dem hier habe ich wirklich nichts mehr hinzuzufügen:

Immer mehr Leute führen sogenannte Nicht-Beziehungen. Man ist zusammen und irgendwie doch nicht. Das sagt mehr über unser Beziehungsbild als uns lieb sein kann – wir sollten es dringend ändern.

Source: Nicht-Beziehungen sind die neuen Beziehungen – und das ist gefährlich › ze.tt

Advertisements

Welttage

Wenn selbst die Computer Bild nicht drum rum kommt, dann muss das wohl was heißen: Heute ist internationaler Tag des Kusses.

Gestern war Nationalfeiertag in Venezuela und morgen ist Tanabata (das Sternenfest) in Japan.

Klar, die letzteren sind weniger interessant für den Rest der Welt, aber zumindest sind sie für mich nachvollziehbar. Diese Krankheit um die Welttage nicht mehr.

Bestimmt hat es mit einer guten Idee angefangen. Man wollte auf gewisse Dinge aufmerksam machen. Auf Ungerechtigkeiten, auf Missverhältnisse; und eine gewisse Gruppe von Menschen oder eine gewisse Tradition würdigen bzw. feiern.

Jetzt frag ich mich, wie da der Tag des Kusses reinpasst. Zum einen ist die Entstehung offensichtlich niemandem so richtig klar. Man kann sich zu Tode googlen und findet nur heraus, dass die Briten den Quatsch erfunden haben. Wer auch sonst. Irgendwann hat das dann die UNO übernommen und so feiern wir heute alle. Zum anderen gibt es doch wichtigere Dinge, als derartige Welttage ins Leben zu rufen und sie zu feiern?!

Jeden Tag was Anderes und darüber vergessen wir, was wirklich wichtig ist im Leben. Vielleicht sind diese Tage auch eine Art Leitfaden, anhand dessen viele Menschen leben. Vielleicht könnten manche Menschen ohne diese tollen Tage überhaupt nicht überleben?! Ich werde es nie herausfinden.

Was ich herausgefunden habe – für mich – ist, dass ich diese Tage nicht brauche. Auch Vater- und Muttertag. Wozu? Kann ich meine Eltern nicht jeden Tag lieben und ist es nicht viel schöner, etwas zu schenken, das man zufällig gefunden hat und dann ohne jeglichen Anlass verschenkt? Statt dieser vorgefertigten Vater-, Mutter- und Valentinstagsgeschenke? Ich für meinen Teil möchte bitte nichts Rosanes oder Pinkes geschenkt bekommen. Zu keinem Anlass. Nein, noch nicht mal zur Geburt einer Tochter, schreibt euch das hinter die Ohren!

Bei Vater- und Muttertagen fällt mir gleich noch so ein Aufreger ein: WARUM bitte feiern einige Länder an diesen Tagen und andere an jenen Tagen? Dieses Jahr bin ich von Anfang März bis Mitte Juni mit diesen beiden Tagen zu Tode konfrontiert worden. Warum? Weil ich im März in England im Urlaub war, bis Anfang Juni noch in Deutschland gewohnt habe und dann ganz nach England gezogen bin. Da war also grad immer der Trubel in Deutschland vorbei, da ging es hier los.

Vielleicht – und das fällt mir als Marketingmenschen besonders schwer zuzugeben – ist es alles auch nur Geldmacherei. All diese Tage sollten Welt-Konsum-Tag heißen. Denn zu den meisten geschieht eben das, was ich soeben beschrieben habe. Die Medien bauschen den Tag auf und der Einzelhandel läuft Amok, indem er sich mit (meist wirklich einfallslosen) Ideen für den Tag prostituiert, um mehr Geld zu verdienen. Zwei Tage später kann man den Schrott dann quasi für umme haben, der Rest wird in den Müll geschmissen. NOCH ein Grund für mich, sich aufzuregen über diese ganzen Welttage.

Bitte lasst uns alle jeden Tag küssen, jeden Tag kuscheln, jeden Tag unsere Liebsten lieben und es ihnen zeigen. Lasst uns Frauen jeden Tag stolz darauf sein, was wir erreicht haben. Lasst die Männer ihre Männlichkeit feiern (oder was macht man[n] am Weltmännertag?) und sich ihrer erfreuen. Lasst uns ohne Grund liebevoll miteinander umgehen und kleine Geschenke machen. Und zwar immer. Wir brauchen keine Welttage, um zu wissen, wann wir was tun sollten oder woran wir wann und wie intensiv denken sollten. Wir müssen lediglich mit etwas offeneren Augen durch die Welt gehen und erkennen, dass man nur etwas erreichen kann, wenn man aktiv ist. Passiv rumsitzen und meckern hilft nicht. Einen Welttag ins Leben rufen auch nicht.

Hört mit Welttagen und -monaten auf und fangt an zu leben! Macht die Augen auf und seht, was in der großen weiten Welt vor sich geht. Wenn ihr wirklich wollt, könnt ihr auch etwas tun, das dazu beiträgt, tägliche Aufmerksamkeit für die Sache zu schaffen – im Alltag. Nicht nur an einem Tag im Jahr.

Vielen Dank für die Aufmerksamkeit. Das war mein Senf.

Intelligente Frauen und unterlegene Männer

Achtung! Leser, die keine Arroganz (oder eben gesundes Selbstbewusstsein) vertragen, sollten jetzt und hier aufhören, zu lesen. Danke.

Bin nur ich es oder fällt es auch anderen intelligenten Frauen auf, dass Männer, die sich intellektuell unterlegen fühlen, uns vermeiden? Im Sinne von: bloß keine Beziehung mit uns eingehen! Wir sind ja viel zu klug, haben viel zu viel erreicht und verdienen womöglich noch mehr als er…

Dann wird gleich die Kumpelschublade geöffnet. Gespräche sind toll, der Sex vielleicht auch und überhaupt ergänzt man sich wunderbar. Aber ernsthafte Beziehung? Nein, danke! Er möchte lieber runter gucken, helfen können und einfach “der Mann” sein. Das kann er bei uns nicht. Sein Ego verkraftet es nicht, auf Augenhöhe zu sein oder gar hoch schauen zu müssen. Rein intellektuell.

Natürlich wird jetzt jeder ach-so-moderne Mann aufschreien und sagen, dass das natürlich ganz und gar unwahr ist. Wenn er aber ganz und gar ehrlich zu sich und seiner Umwelt ist, ist es genau so. In gewisser Weise sucht ein Mann eine Frau, die sich ihm irgendwie unterordnet. Nicht gesellschaftlich und auch nicht im Sinne vom Heimchen am Herd. Aber er will, dass er der Überlegene ist in der Beziehung. Das kann er bei uns nicht.

Jetzt gibt es für uns zwei Möglichkeiten. Möglichkeit 1: dumm stellen. Kann ne Zeit lang gut gehen, aber irgendwann merkt er’s ja doch und wenn er zu den 98% der Männer da draußen zählt, dann werden sich unsere Wege irgendwann trennen. Möglichkeit 2: jemanden finden, der uns intellektuell überlegen ist. Und nun kommt meine Arroganz ins Spiel.

Ich halte mich nicht für ein Genie, aber ich bin intelligent. Bei mir laufen die Gedanken mit etwa 180 km/h über die Synapsenautobahn und nicht mit der empfohlenen Geschwindigkeit von 130 km/h, erst recht nicht mit 80 km/h – darunter kann man ja gleich stehen bleiben. Ich habe zwar die Hoffnung, dass es da draußen noch mehr von meiner Sorte gibt (und ich weiß es, ich kenne einige!), aber die bittere Wahrheit ist, dass diese Sorte Mensch eher selten ist. Witzigerweise unter Männern noch weniger verbreitet. Erfahrungsgemäß.

Klar, vielleicht verkehre ich in den falschen Kreisen. Aber wo soll ich noch suchen? Auf ElitePartner.de? Also bitte! Es muss eine andere Lösung geben. Und auch dort tummeln sich sicher so einige Idioten. Neben der allgemeinen Intelligenz suche ich ja auch nach jemandem mit emotionaler Intelligenz, ja sozialer Kompetenz! Ich kann mir nicht vorstellen, diese online zu finden. In Kneipen, Diskos, Bars findet man heutzutage auch nicht mehr die große Liebe. Da wollen alle immer nur unverbindlich. Da kommt dann die Lösung: bei der Arbeit! Man sollte doch meinen, im eigenen Umfeld findet man Männer, die intellektuell auf Augenhöhe mit uns sind. Oder uns sogar überlegen – DAS wäre ja mal was!

Aber Pustekuchen. Da ist er, der große “Achiever” unserer Generation. Und er hat sich nicht hochgearbeitet, weil er intelligent ist. Nein, er hat sich mit seiner Bauernschläue hochgearbeitet und bleibt doch dumm. Er hält sich für den Größten und ist uns doch nur wieder unterlegen. Und sucht sich ne Süße, die irgendwas Süßes studiert hat oder besser auch nur eine Ausbildung gemacht hat (was erst mal natürlich nicht für oder gegen Intelligenz spricht!) und ganz sicher weniger verdient als er. Frustrierend. Die intelligente Frau bleibt alleine. Und weint – hinter verschlossener Tür natürlich!

Das Schlimmste kommt noch: Ich hatte so einen Mann, wie ich ihn suche. Er war mir intellektuell überlegen, zuvorkommend (meistens), humorvoll und hat mich geliebt. Liebt mich sicher noch immer, nur anders. Es hat nur nicht gehalten. So ist es dann eben. Auch in einer derartig perfekten Kombination kann es nicht immer gut gehen. Aber es ist Grundbedingung.

Mittlerweile renne ich schon weg, wenn ich nur höre, dass er mich bewundert oder mich gar faszinierend findet! Da! Das Zeichen. Er schaut auf! Ein Mann, der intellektuell zu uns aufschaut, wird irgendwann einen steifen Nacken bekommen und gehen. Damit er den Schmerz nicht mehr ertragen muss. Schließlich ist seine Schmerzgrenze so viel niedriger als unsere! Also ertrage ich weiter die Frustration und den Schmerz, die meine Intelligenz mit sich bringt. Und träume von dem Mann, der sich was traut. Oder mir überlegen ist. Luftschlösser der Moderne.

Chronische Bindungsangst einer Generation

Die Krankheit unserer Generation – Bindungsangst. Und mit Generation meine ich nicht die Generation X, Y oder sonstwas. Diese Generation ist generationenübergreifend.

Und geschlechterübergreifend. Männer wie Frauen sind betroffen, jeden Alters. Menschen in der Pre-Life-Crisis und solche in der Mid-Life-Crisis. Eigentlich leben wir ja alle ständig nur in einer großen Krise und genau das ist das Problem.

Wir sind derart beschäftigt mit uns selbst, dass wir zwischenmenschliche Beziehungen nicht mehr zu schätzen wissen und Bindung für Schwäche halten. Bindung an die Familie, Bindung an Freunde, Bindung zu einem Partner – was zählt sind Unabhängigkeit und Freiheit. Vermeintliche Unabhängigkeit und vermeintliche Freiheit.

Denn der Mensch ist doch irgendwie ein Herdentier. Jaja, dass ich das sage, klingt fast zynisch, wo von mir auch Blogeinträge stammen, in denen ich darüber philosophiere, wie sehr ich Menschen hasse. Aber eben nicht alle und meine engsten Freunde und meine Familie schon gar nicht.

Klar, ich schwimme gern gegen den Strom und schwimme so doch nur mit einem anderen Strom. Denn, was wir uns doch irgendwie alle wünschen ist ein Zuhause. Und ja, das kann man in einer Stadt, in einer schicken Wohnung mit den tollsten Gadgets finden. Die Anerkennung der Kollegen und Bekannten über das Erreichte bestärkt einen. Man ist unabhängig, weil man sich das alles leisten kann. Man ist frei, weil man ja niemanden braucht und schon alles hat, was man so haben kann.

Doch genau an diesem Punkt tritt sie ein, die Leere. Da fehlt was. Spätestens wenn man alles hat. Soweit der Idealfall.

Der Fall, der jedoch eher auf 90% unserer generationenübergreifenden Generation zutrifft: Wir stecken in der Krise. Die Schule/das Studium will abgeschlossen werden, wir stecken in einer Trennung/Scheidung, wir haben Schulden bis zum Umfallen, ein Familienmitglied leidet an einer tödlichen Krankheit, wir leiden selbst an einer tödlichen Krankheit, kämpfen den Kampf unseres Lebens, sind arbeitslos oder unglücklich mit der Arbeit, haben Probleme mit unseren Eltern/unseren Freunden… Ich könnte ewig so weiter machen. Jeder Mensch hält sein Unglück für einzigartig und bemitleidenswert. Und das ist es auch!

Und doch ist es nichts Besonderes. Jeder hat seine Probleme und jedes dieser Probleme ist wichtig und benötigt Aufmerksamkeit. Die Dämonen, die dahinter stecken, muss man selbst bekämpfen und alleine. Aber nicht notwendigerweise ohne jemanden an seiner Seite. Und da fangen die Missverständnisse an.

Einerseits neigen diese Menschen dazu, jemanden zu suchen, mit dem sie sich austauschen können. Mit dem man alles besprechen kann, der zu einem steht, zu dem man stehen kann. Mit dem man Spaß hat (ja, auch im Bett!) und mit dem man alles teilt, für den man etwas empfindet, der einem wichtig wird und für den man immer da sein will und von dem man sich wünscht, dass auch er für einen da ist.

Anderseits bitte das Ganze aber ohne Bindung. Solange, wie das eben ins Leben passt. Das können auch schon mal einige Jahre sein. Doch was ist mit der Person, die man da in sein Leben holt? Im Idealfall hat diese auch ihre Probleme, die die wahre Aufmerksamkeit fressen, und schätzt das Unkomplizierte und die vermeintliche Freiheit. Im schlimmsten Fall investiert diese Person mehr und ist am Ende enttäuscht.

In jedem Fall allerdings sind diese beiden Menschen, die da zusammengefunden haben, zu bedauern. Denn sie haben kein Zuhause. Sie fühlen sich bei ihrem Gegenüber zwar wohl und vielleicht auch ein bisschen zu Hause, aber sie kommen nie an, da der letzte Schritt fehlt.

Dieser letzte Schritt, vor dem eine ganze generationenübergreifende Generation Angst hat. Bindung, um nicht zu sagen Beziehung. Denn Beziehung, das ist ja wohl klar, das ist der Anfang vom Ende. Die Freiheit geht verloren, die Unabhängigkeit geht verloren, man hat nur noch Verpflichtungen. Man muss treu sein (das sind ehrliche Menschen doch ohnehin?!), man muss Rücksicht auf die Gefühle des Anderen nehmen (klingt nach Freundschaft), man muss immer verfügbar für den Anderen sein (noch so ein großer Trugschluss unserer Generation), man muss, man muss, man muss. Ich sag euch, uns allen, was: Man MUSS gar nichts!

Denn ganz eigentlich ist die Beziehung der Anfang vom Anfang. Der Anfang vom Nach-Hause-Kommen, vom Ankommen. Der Anfang von einer tiefen Verbundenheit, die man auch nach außen trägt und nicht nur für sich behält. Und nein, den perfekten Zeitpunkt gibt es nicht, den wird es nie geben. Wir werden immer eine Krise haben, jedes Jahr, ja vielleicht jeden Tag eine neue. Ist das die Ausrede dafür, auf so etwas Wundervolles wie eine Beziehung zu verzichten? Nein!

Wie wundervoll ist es denn, wenn man nach dem fürchterlichen Arbeitstag nach Hause kommt und sich wohl fühlen kann?! Und mit nach Hause meine ich nicht zwangsweise die gemeinsame Wohnung, sondern einfach in die Geborgenheit der Beziehung. Eine Nachricht, ein Telefonat, ein Abendessen – das kann alles sein, was einen wieder erdet. Das beide wieder erdet. Das beiden gut tut.

Lasst doch zu, dass euch jemand auf dem schweren Weg begleitet! Lasst uns wieder gegenseitig begleiten und dabei dem anderen eben die Freiheit einräumen, die man auch selbst braucht, ja die Bedingung ist für eine gelungene Beziehung. Denn nur wer sich alleine frei fühlt und Unabhängigkeit (was immer das für jeden einzelnen bedeutet) gewonnen hat, der kann doch auch anderen Freiheit schenken. Eine Partnerschaft schließt Freiheit nicht aus, nein sie baut darauf! Jeder Mensch ist doch frei! Es steht jedem frei, zu gehen, wann und wohin er will. Menschen, die krampfhaft an jemandem festhalten, den sie emotional längst verloren haben, sind selbst nicht frei. Aus Gewohnheit mit jemandem zusammenbleiben? Das gleiche Phänomen!

Wovor also haben wir Angst, wenn wir uns in das Unverbindliche stürzen? Vor den Verpflichtungen, die wir mit dem Begriff Beziehung oder Partnerschaft verbinden. Dabei ist das nur die antiquierte Vorstellung, die uns von der Gesellschaft vorgegaukelt wird. Die ideale Partnerschaft wird in unzähligen Zeitschriften und Sendungen beschrieben und definiert. Dabei kann doch niemand Außenstehendes etwas so Persönliches definieren. Jeder muss für sich selbst definieren, was Partnerschaft, was Beziehung für ihn bedeutet und wie er sie leben möchte. Aber gar nicht binden, lieber keine Beziehung eingehen? So werden wir auf Dauer nicht glücklich, so bleiben wir allein, obwohl wir in Gesellschaft sind und vermeintlich frei.

Ihr All-Life-Crisis Betroffenen, denkt doch mal drüber nach!

Deutschland.

Deutschland nervt und frustriert mich. Das ist mir heute wieder durch eine vermeintliche Kleinigkeit klar geworden.

Jetzt versuch mal, in Düsseldorf ein Kino zu finden, in dem man unkompliziert Originalversionen ohne Untertitel gucken kann. Schon schwer genug. Neben einzelnen Möglichkeiten gibt es genau ein Kino, das wirklich mal regelmäßig zu vielen Filmen genau diese Möglichkeit bietet.

Da fährst du dann hin. Wirst von einem Schilderlabyrinth in Empfang genommen, dass dich nur über Umwege auf den kostenlosen Parkplatz mit den beworbenen 400 (!) Stellplätzen bringt. Also schon extrem frustriert angekommen.

Fünf Minuten nach Filmstart (jaja, erst kommt Werbung…) steh ich also an der Kasse. Ob ich in meinen Wunschfilm noch reinkomme. Aber sicher doch! Gut, soweit wie möglich hinten bitte. Natürlich, kein Problem. Acht Euro bitte. Dann passiert das Unglaubliche: Ich lege meine Kreditkarte auf den Tresen und werde abgewiesen. Ob ich nicht eine “normale” EC-Karte hätte oder Bargeld. o.O Nein, habe ich nicht. Mit Kreditkarte könne ich also nicht zahlen? Nein! Gut, dann kein Kino!

*argh* Jetzt fragt sich der geneigte Deutsche, der auch immer brav ne EC-Karte und erst recht Bargeld bei sich trägt, was denn mit mir los sei? Tja, was ist mit mir los? Ich habe mich bewusst dafür entschieden, nur eine Kreditkarte zu meinem Konto zu haben. Weiterhin kostet mich jede Bargeldabhebung fünf Euro, die ich einmal im Monat sicherlich zahle, weil es sich hier und da mit Bargeld (in Deutschland!) besser lebt. Seit neuem Gehalt war ich aber noch nicht bei der Bank und hatte nur noch etwas mehr als einen Euro Bargeld in der Tasche (bzw. zu Hause^^). Meine Naivität: zu denken, dass eine deutschlandweite Kinokette, bei der man online Tickets mit Kreditkarte zahlen kann, natürlich vor Ort auch Kreditkarten akzeptiert. Ha! Pustekuchen! Wie kann ich nur so dumm sein?

Ich kann so dumm sein, weil in gefühlt jedem anderen Land in (fast) jedem Geschäft (fast) jeder Größe jeder noch so kleine Betrag mit Karte (und zwar mit Kreditkarte!) bezahlt werden kann. Woher ich das weiß? Ich hab länger im Ausland gelebt und u.a. genau das sehr genossen. Alles in allem ist dieser Aufreger allerdings eher klein.

Nur leider hat er mich dazu verleitet, nachzudenken. Was mir in Deutschland alles nicht gefällt. Das kann ich hier jetzt nicht alles aufzählen, aber meine grundlegende Frage bleibt: WARUM genau bin ich damals zurückgekommen? Wie konnte ich denken, dass ich die ganzen Nachteile mit meiner Muttersprache und meinem Heimatfluss sowie meinem geliebten NRW kompensieren könnte? Diese Fragen kann ich mir nicht beantworten. Ich hätte bleiben sollen. In Amsterdam. So lange, bis ich einen festen Job oder eine Möglichkeit, nach London zu gehen, gefunden hätte. Aber was war? Ich hatte Angst! Angst davor, dass ich unter die sprichwörtlichen Räder kommen würde, wenn ich nicht in Vater Staats sicheren Schoß fallen könnte. Und natürlich hat selbiger mir schon hier und da den A**** gerettet. Trotzdem weiß ich heute, dass ich zu viel mehr in der Lage bin als ich mir damals zugetraut habe. Ich hätte es geschafft. Aber die Angst hat mich gelähmt. Das werde ich nicht mehr zulassen.

Leider gibt es in Deutschland noch einige Verpflichtungen, die mich halten. Sonst wäre ich längst weg. Den Mut habe ich ja jetzt. Aber ich bin mir mittlerweile sicher: Ich arbeite an meinem Ziel, mit 30 (ein bisschen Zeit hab ich noch…) dieses Land zu verlassen. Und nichts, aber auch gar nichts wird mich wieder zurückholen. Danke, liebes unfähiges Kino, dass du mir mit dieser Nichtigkeit die Augen wieder so geöffnet hast!

Facebook = das neue Flirtportal?

Passiert das nur Frauen? Ich hab in den letzten Wochen zwei Nachrichten von mir völlig unbekannten Männern über Facebook bekommen. Der eine aus den USA und der andere aus UK.

“Hey Pretty” finde ich ja jetzt etwas kurz als Ansprache. Und “…that smile should be illegal…” innerhalb eines Pamphlets von Komplimenten, die besser nicht hätten abgeschrieben werden können aus einem Buch mit den *schönsten* Anmachsprüchen, finde ich auch nicht passend irgendwie.

Aber zumindest ist mir die längere Nachricht besonders aufgefallen. Nur: Was bezwecken diese Männer damit? Wollen sie wirklich nur etwas Nettes schreiben? Oder glauben sie, wenn sie dann noch ne Freundschaftseinladung schreiben, dass sich da ein Flirt entwickelt? Gar mehr? Hm…

Wenn jemand wirklich originell wäre, würde ich ihm vielleicht eine Chance geben, auch auf Entfernung. Um des Spaßes Willen. Aber offensichtlich können solche Männer nicht originell sein. Eher plump.

Was mir dann auch so in den Sinn kommt: Ist das “Liken”, zumindest das beharrliche, fast jeden Eintrags, eine neue Form des Flirtens? Zeigt man sich so heute, dass man den anderen mag und vielleicht mehr ins Gespräch kommen möchte mit seinem “Gegenüber”? Was ist aus dem guten alten Anruf geworden? Wann kommt es in so einem Fall zum eigentlichen Treffen? Kommt es dazu überhaupt? Also, im besten Fall kennt man sich ja ohnehin persönlich, ist aber nicht so wahnsinnig eng miteinander. Wird man über Facebook dann enger?

Kann man sich gar über Facebook verlieben?

George Alexander Louis

So heißt der Prinz also nun. George Alexander Louis. Im ersten Moment dachte ich: Die können den Kleinen doch nicht im Ernst George nennen!!! So was Altmodisches! Der wird doch später gehänselt!

Mal abgesehen davon, dass mir im nächsten Moment einfiel, dass der “arme” Junge vielleicht gar nicht auf eine öffentliche Schule geht, wo ihm eine derartige Hänselei passieren könnte, ist mir auch Folgendes in den Kopf gekommen…

Vielleicht bricht ja jetzt eine neue Ära an und die Leute greifen wieder auf konservative oder, netter ausgedrückt, traditionelle Namen zurück. Da muss ich nicht lange nachdenken, um das eigentlich echt gut zu finden. Wer ist die ganzen Jacquelines, Kevins, Justins und Chantals nicht leid? Ich selbst, die ich mich mit Kinderplanung eigentlich noch nicht so befasse, denke über Namen wie Edward oder Richard nach. Warum ich an englische Namen denke ist wieder ein anderes Thema ;).

Alles in allem gefällt mir der Name des neuen Prinzen meines heimlichen Heimatlandes also sehr gut. Lieber George, mein bester Freund heißt (fast) wie du. Lieber George Alexander Louis, herzlich willkommen auf dieser Erde – ich wünsche dir eine phänomenale Zukunft und freue mich darauf, dich aufwachsen zu sehen! Auf das neue alte Königshaus Englands!

Cheers

Felicitas